Wir starten beim Parkplatz Schybach; unmittelbar nachdem der Hüttenwart der Tripolihütte die Hinweistafel auf „bewartet“ gewechselt hatte. In der Nähe des Schybaches steigen wir durch den Sagenwald auf und erreichen die Lichtung der noch nicht bestossenen Alp Schy.

Lauschig geht’s bald danach im Wald weiter hoch; wieder auf noch unbenutzte Weideflächen hinaustretend, sind - wie bereits kurz beim Start - einige feuchtnasse Passagen zu beschreiten. Doch die Ankunft auf Birchboden ist eine stimmungsvolle: die Felswände des Widderfeld-Massives und der SW-Grat des Tomlishorns stellen herrliche Blickfänge dar. Auf den beiden Bänken vor der Hütten schalten wir eine erste kürzere Rast ein, bevor wir auf bekanntem Steig, zuerst weglos über die steile Wiese ob der Alp, kurz danach mit farbigen Markierungen versehen, weiter an Höhe gewinnen mit felsigeren Abschnitten, hoch zum Stollenloch. Zuvor sind einige Passagen angenehmst zu überkraxeln; gerade nach der Strecke entlang und unter dem Felsüberhang, ist eine Felsstufe zu meistern, bevor es die letzten Meter im Grashang zum kleinen Band vor dem Eingang zum Stollen ansteilt. Nach einer Kurzpause treten wir ein in den abwärts führenden Steig - und am Fusse der senkrechten E-Wand wieder hinaus.

Der aufregendste Teil der Tour beginnt nun: die beiden ersten Felsbrücken sind noch relativ moderat zu übersteigen, wenn auch doch auch hier schon die Unterlage leicht rutschig ist, der Felsüberhang eine leichte geduckte Haltung erfordert, und es minim luftig ist - doch keine letale Absturzgefahr besteht. Bei der dritten jedoch sind alle diese Merkmale deutlich ausgeprägter - ein Fehltritt oder Ausrutschen zeitigte fatale Folgen. Hat man diese drei imposanten Werke überschritten, gewinnt man einen seitlichen Einblick in diese - faszinierend zeigen sie sich aus der Warte des nachfolgenden Felsbandes.

Einfacher nun das weitere Ansteigen zum Gemsmättli; hier verabschieden wir uns von Jumbo - er benutzt später knie- und unterschenkelschonend die Pilatus-Bahn, neu „Dragon Ride“. Wir queren anschliessend auf der Nordseite hinab zum (erwarteten) steilen Restschneefeld, welches doch mit einiger Vorsicht und guter Trittsicherheit im Aufwärtsgang zu traversieren ist. Die anschliessende steile Felspartie ist bestens seilgesichert - wie auch einige abschüssige Passagen im flacheren Weiterweg.

Einfach führt das Pfädlein nun hinan zu P. 1987, von wo aus der finale Gipfelanstieg ein beschauliches Wandern darstellt, und wir gemütlich zum Gipfel Widderfeld gelangen. Eine längere genussvolle Mittagsrast legen wir hier ein, bevor wir uns - gerade rechtzeitig vor dem Einnebeln der Gipfelregionen - aufmachen zum kleinen Steinmann gute 100 m westlich an der Gratkante. Er weist zum (zu) kurzen Abstieg über die Himmelsleiter; ein Seil (in die Jahre gekommen, mit teilweise arg gescheuerten Stellen) diente zur Sicherung, ist jedoch nicht zwingend zu benutzen, um die Felsstufe abzuklettern.

Für den Abstieg wählen wir die - ebenfalls markierte - Route weiter westlich; sie leitet über unschwierig zu begehende Felspartien und steile Grashänge (seilgesichert) hinunter zum horizontalen Verbindungsweglein zur Weggabelung (zum Stollenloch). Wir wählen jedoch eine direktere Abstiegsvariante - weglos, und länger durch ein Steinrisi „absurfend“, und erreichen in relativ direkter Linie Birchboden.

Auf unserem Aufstiegsweg legen wir den letzten Abschnitt zum Parkplatz Schybach zurück - und gönnen uns nach kurzer Fahrt auf der Terrasse der Alpwirtschaft Lütoldsmatt die begehrten Getränke … eine tolle Unternehmung findet hier ihren geselligen Abschluss.