Skitourenwoche SAC Huttwil vom 3.3.2019-9.3.2019

Splügen

Sonntag den 3.3.2019

Schon wieder ist ein Jahr vorbei und frohgemut machen wir uns auf den Weg von Huttwil nach Splügen. Nachdem uns die letzten 3 Wochen ein Hochdruckgebiet fantastisches Wetter beschwert hat, verlagert sich dieses nun nach Osten, und wir reisen mit. Pünktlich erreichen wir kurz vor zwölf unser Hotel Bodenhaus in Splügen, wo wir herzlich empfangen werden. Das Gepäck ist rasch ausgeladen und schon kurze Zeit später stehen wir in voller Montur für die erste Tour bereit. Der übliche grosse Barrivoxtest verläuft reibungslos, so dass wir schon bald gemütlich Richtung Splügenpass laufen. Vor dem grossen Anstieg (überwinden wir doch sagenhafte 300hm) stärken wir uns mit einem kleinen Imbiss und lassen uns dabei die Sonne ins Gesicht scheinen. Auf Höhe Isabrüggli entdecken wir einen guten Hang, wo wir den Schneedeckenaufbau prüfen können, und die Spitzkehren im steilen Gelände geübt werden. Wegen den hohen Temperaturen ist die Schneedecke in sich zusammengesunken und die Schneehöhe dementsprechend nicht mehr so hoch. Insgesamt sind wir aber zufrieden und prüfen gleich mal die Abfahrt im Sulzschnee, bevor wir die Skipiste runterrasen. In der Skibar erfolgt eine nächste Stärkung, bevor wir uns definitiv zum Hotel begeben. Ein Paar hat sich die Hochzeitssuite geschnappt und wir dürfen alle ihr Himmelbett bewundern. Die kulinarische Reise beginnt mit einem Fondue Chinoise und lässt für diese Woche Gutes erahnen.

Montag den 4.3.2019

Das heutige Ziel ist der Guggernüll (2886müM), ein Klassiker hier in Splügen. Der Tag beginnt sonnig, die Laune ist bestens und überpünktlich laufen wir vom Hotel los zur Gondel. Schon da beginnt es leicht zu winden, obwohl doch die Sturmböen im Flachland versprochen wurden. Selbstverständlich lassen wir uns(vorerst) nicht von unserem Vorhaben abbringen und kurven von der Tanatzhöhe (2134müM) zügig runter zur Tamboalp (2032müM), wo die Felle montiert werden. Nun laufen wir gemütlich ans hintere Ende der Alp und beginnen dabei schon mächtig zu schwitzen. Rechts am Hoger dürfen wir 8 Gämsen beobachten, die uns jedoch als Feind einstufen und sich vom Acker (sorry, von den Hängen) machen. Der Aufstieg führt über mässig steiles Gelände, ein Schneerutsch muss überquert werden, die Temperaturen waren auch hier viel zu hoch. Je höher wir steigen desto mehr Wind kommt auf. Grossartige Wolkenspiele lassen uns staunen. Leider müssen wir uns dem Wetter beugen, zu stark werden die Böen und die Sicht miserabel. Auf 2700müM in der Gemsschluecht ist Schluss. Vorsichtig werden die Felle auf die Folien aufgezogen ohne dass alles davonfliegt, ein Fellsack ist trotzdem im Verlust und muss im Tal ersetzt werden. Die Abfahrt ist dann auch noch eine Herausforderung für sich. Nicht nur sind die Hänge verfahren und der übrige Schnee verwindet, das ganze ich auch noch pickelhart und entsprechend ruppig. Die Freude hält sich in Grenzen und zu allem Übel können wir nicht einmal die Fahrt mit dem Sessellift von der Tamboalp zur Tanatzhöhe geniessen, ist dieser doch wegen Wind geschlossen. Also nochmals Felle montieren und Aufsteigen. So kommen auch an diesem Tag gute 750Hm zusammen und der Stopp in der Bar ist redlich verdient, zumal es während der Abfahrt auf der Skipiste auch noch zu schneien und unten zu regnen beginnt. Zum Glück wartet im Hotel eine heisse Sauna und die Jassrunde wird eröffnet. Das Nachtessen, für die meisten gibt es einen feinen Fisch, findet Anklang und einem erholsamen Schlaf steht nichts mehr (ausser vielleicht die Bar) im Weg.

Dienstag den 5.3.2019

Mit der berichtigen Hoffnung auf besser Wetter und viel bessere Schneeverhältnisse ist für den heutigen Tag das Mittaghorn (2554müM) angesagt. So laufen wir schon um 8 Uhr los und stehen schon bald am Punkt, wo die Skier montiert werden können und der Anstieg durch den Wald beginnt. Rasch geht es bergauf und dank Jonis Schneeschaufelaktion verlieren wir keine Zeit mit Nassstellenüberquerung , sondern können flott durchziehen. Im offenen Gelände erwarten uns einige Spitzkehren und gefrorene Stellen, die gut überwunden werden und schon bald brennt uns die Sonne auf den Pelz und wir geniessen eine wunderschöne Berglandschaft. Nach rund 90 Minuten machen wir einen ersten Teehalt und montieren dann auch noch die Harscheisen, damit es ohne Abrutscher sicher weiter geht. Die Gruppe Eins trifft noch auf eine Gruppe Gämsen, die aber wieder das Weite suchen, obwohl wir sie doch alle gerne gesehen hätten. Nach einigen Kuppen erreichen wir das Surettaseeli, wo sich 2 in der Sonne niederlassen und auf unsere Rückkehr vom Gipfel warten. Diesen erreichen wir über einige steile Flanken, die wir mit Sicherheitsabständen queren, schon nach kurzer Zeit. Wir geniessen kurz die Aussicht und machen einige Erinnerungsphotos. Den Mittagshalt machen wir ein paar Meter weiter unten. Doch dann sind wir nicht mehr zu halten. Pulverschneehänge warten auf uns und mit Jauchzer und schönen Schwüngen werden die hart erarbeiteten Höhenmeter vernichtet. Am See machen wir nochmals eine kurze Rast in der Sonne, bevor das Vergnügen weiter geht. Auf der Skipiste findet noch ein Club-internes Rennen statt, welches in der Hüscherbar endet. Auf der Sonnenterrasse wird der Durst gelöscht und die Wärme genossen. Am Abend werden wir mit einem grandiosen Vorspeisenbuffet überrascht, das einige von uns kurzerhand zum Hauptgang werden lassen. So geht ein wunderbarer Tag zu Ende, für ein paar noch mit einem Zusammensein in der Hotellobby.

Mittwoch den 6.3.2019

Heute ist der Wenglispitz angesagt und das Einshorn (2458müM) wird bestiegen. Denn schon am Morgen bläst der Föhn, und so wollen wir diesem Richtung Norden entfliehen, da er bekanntlich dort erst später so richtig wüten kann. Pünktlich um 8.15Uhr treffen wir uns auf dem Parkplatz und brausen Richtung Zillis davon. Nur einer bleibt zurück, der Rucksack von einem Tourenleiter (das weiss dieser aber noch nicht!). Die Sonne scheint, die Stimmung ist prächtig und schon bald erreichen wir Mathon (1610müM), den Ausgangspunkt unserer heutigen Tour. Die Überraschung ist gross, als auch nach allem Suchen der Rucksack von Robi unauffindbar bleibt. So werden Handschuhe zusammengesucht und dem Leiter versichert, dass wir genügend Essen und Trinken dabeihaben. Und weil der Arme nicht ohne Rucksack aufsteigen will, bekommt er eine Leihgabe und darf einen anderen Rucksack hochtragen. Über stellenweise apere Wiesen geht es gleich von Beginn an stotzig bergan. 2 Rehe kreuzen unseren Weg und hüpfen langsam weiter. Wir erreichen die Alp und steigen weiter über die Hänge bergan. Ein kurzer Halt zum Schlürfen einer Tasse Tee wird gewährt, denn die Tourenleiter müssen sich entscheiden welcher Berg nun das Einshorn ist. Das ist gar nicht so einfach, hat es doch neben dem Einshorn, ein Zwölfihorn, ein Parpeinahorn und sonst noch so kleine Zacken. Nur den Piz Beverein können wir sicher als Ziel ausschliessen. Den letzten Hang überqueren wir wieder mit Harscheisen, damit niemand verloren geht. Auf dem Gipfel werfen wir einen kurzen Blick Richtung Thusis hinunter, bevor wir uns rasch der Felle entledigen und die Abfahrt unter die Skier nehmen. Zwar ist der Wind nur halb so stark wie am Montag, aber wir ziehen die Rast an einem hilben Ort vor. Robin wird zum Bettler und muss am Schluss ganz viel essen, weil alle Erbarmen mit ihm haben. Oben ist der Schnee noch recht gut, unten finden wir sogar noch ein paar Sulzhänge. In dem tollen Restaurant von Mathon können wir unseren ersten Durst stillen. Unsere Chauffeure holen einen richtigen Drink im Hotel nach. Auf der Heimfahrt beginnt es schon leicht zu schneien und wir können erahnen, dass das Wetter nun umschlägt. Wieder werden wir mit einem feinen Nachtessen verwöhnt. Da am nächsten Tag keine grosse Tour geplant werden kann, geniessen ein paar von uns noch einen ausgiebigen Schlummertrunk.

Donnerstag den 7.3.2019

Heute ist Schneefall angesagt. Das Frühstück ist um 8.30 Uhr geplant und das weitere Vorgehen wird besprochen. Niemand will baden gehen, doch eine kleine Gruppe möchte gerne Duschen und so die Kleider einem echten Dichtigkeitstest unterziehen. Dafür trifft man/frau sich um 11.45 Uhr vor dem Hotel und läuft bei starkem Schneefall Richtung Hüscherenbar, in der Hoffnung, dass es dort auf dem Rückweg einen innerlich wärmenden Drink geben wird. Doch die Bar ist und bleibt geschlossen und unsere Träume verfliegen schnell. Jeder auf sich selber konzentriert steigen wir Richtung Splügenpass. Es schneit immer stärker und unsere Kleider werden immer nasser. Von einer Aufhellung ist nichts zu sehen, so sind wir froh, als wir endlich den Bodmastaffel (1800müM) erreichen und uns ins Trockene und Warme retten können. Kurzerhand funktionieren wir die Toiletten zum Pausenraum um, und mit dem «Lauenensee» von Span kommt sogar noch richtig Stimmung auf. Obwohl es aussehen täte, dass das Wetter sich nun bessert, entscheiden wir uns pudelnass zur Heimfahrt. Das Rennen der Piste entlang artet in eine Schieberei aus, denn der Schnee ist bleischwer weil nass. Trotzdem hat uns unsere Kleidertestrunde gut gefallen und wir erwarten gespannt, was die anderen so für Abendteuer erlebt haben. Die einen waren auf der Langlaufloipe und haben erstaunlich gute Verhältnisse angetroffen, eine andere Gruppe hat Splügen und das neu renovierte Hotel «Alte Herberge Weisses Kreuz» besucht, getroffen haben wir uns schliesslich in der Sauna und später beim Jassen. Beim allabendlichen Apero wurde der nächste Tag besprochen und wir liessen Revue passieren, bevor wir uns wieder in den Speisesaal begaben, um ein weiteres feines Essen zu geniessen.

Freitag den 8.3.2019

Heute geht es auf zwei Höger. Wir wollen den Rappakopf (2191müM) und dann noch das Zwölfihorn (2292müM) besteigen, doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Wir starten diesmal von Lohn (1585müM), alle Rucksäcke sind mitgekommen. Nach dem ersten Hang wird entschieden, dass wir wegen der wunderschönen Tiefschneehänge direkt auf das höhere Zwölfihorn steigen, dann eine erste Abfahrt geniessen und wer will, noch den zweiten Berg bestiegen kann. Gesagt getan. Gemütlich geht es bergan, wir passieren den Weiler Dros, wo wir später unseren Mittagshalt machen werden und steigen über die weiten Hänge von Davos Nodras hinauf. Schon bald stehen wir auf dem Gipfel mit einer wunderbaren Rundsicht. Nun werden die Tiefschneehänge in Angriff genommen und wir legen wunderbare Spuren und geniessen die vielen schönen Hänge. Unten auf der Alm gibt es Mittagessen, es ist 12.00 Uhr. Nun steigt der Grossteil der Gruppe gegen den zweiten Gipfel. Dieser ist nach einer Stunde erreicht und erneut werden die Felle abgezogen und im Rucksack verstaut. Wieder erwartet uns eine letzte tolle Abfahrt, welche uns zu den 4 wartenden Freunden führt. Gemeinsam werden die letzten sulzigen Hänge mit Spuren übersäht und ehe wir uns versehen landen wir wieder in Lohn. Schnell sind Rucksäcke und Skier in den Autos deponiert und wir marschieren in die nächste Beiz. Auf der Sonnenterrasse werden nun Bier, Kaffee (mit und ohne Doping) ect bestellt. Die erste Runde ist spendiert, dann folgt eine zweite Runde, die ebenfalls spendiert wird. Es wird uns ein super guter Jensinser Riesling serviert, dazu erhalten wir selber gemachte Focaccias. Ein wunderschöner Abschluss der Tourenwoche, die ein letztes Mal von Robi und Ueli geleitet wurde, die ihre Sache wieder einmal hervorragend gemacht haben, und uns eine Wahnsinns Woche geschenkt haben. Vielen Dank den beiden unermüdlichen Leitern!

Samstag den 9.3.2019

Das Frühstück ist um 8.00 Uhr angesagt, die meisten haben bereits gepackt und ausgecheckt. Trotzdem sehen wir ein paar stutzige Gesichter, wie Ueli die Abfahrt eine Stunde vorverlegt. Das war natürlich nur im Spass gemeint und so wird um 9.30 Uhr gemütlich nach Hause gefahren.