Die diesjährige Skitourenwoche der Senioren des SAC Huttwil führte uns ins Münstertal. Mit zwei Kleinbussen chauffierten Walter Steiner und Willi Niederberger die 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Sonntag, 6. März, sicher via Vereinatunnel und über den Ofenpass nach Valchava, unser Domizil für die nächste Woche. Im Hotel Central wurden wir von der Wirtin Claudia Bättig und den Mitarbeiterinnen herzlich willkommen geheissen und die ganze Woche bestens verwöhnt.

Das Münstertal ist ein Bündner Südtal mit etwa 1‘600 Einwohnern. 2009 haben sich die 6 Gemeinden Tschierv, Lü, Fuldera, Valchava, Sta. Maria und Müstair zur einzigen politischen Gemeinde Val Müstair zusammengeschlossen. Vorher war Lü auf 1920 Meter über Meer die höchstgelegene Gemeinde Europas.

Das Münstertal ist ein Eldorado für Skitourenfahrer, Schneeschuhtouren und Langlaufsportler. Zum Glück ist nach diesem schneearmen Winter 2 Tage vor unserer Ankunft über ein Meter Neuschnee gefallen, was uns die ganze Woche gute Schneeverhältnisse garantierte.

Mit grossem Bedauern mussten wir am Montagmorgen zur Kenntnis nehmen, dass Hansruedi Minder, unser bewährter Leiter, wegen einer aufziehenden Grippe im Hotel bleiben müsse. Leider dauerte dieser Zustand die ganze Woche über an, obwohl er jeden Abend auf Besserung für den nächsten Tag hoffte. Mit Hansueli Sommer und Walter Tanner übernahmen 2 erfahrene Tourenleiter die Verantwortung und führten uns die ganze Woche in 2 Gruppen souverän zu den Tageszielen und zurück.

Als Ziel für die Tour am Montag wurde der Piz Terza (2907) auf der linken Talseite mit Ausrichtung gegen Süden ausgewählt. Die Busse brachten uns nach Lü, von wo wir die ca. 1000 Höhenmeter bei schönem Wetter und besten Schneeverhältnissen in angenehmem Seniorentempo bewältigten. Das breite, offene Gelände bot für die Abfahrt trotz vieler Tourenfahrer für alle genügend unverfahrene Neuschneehänge. Während die Einen mit dem Bus von Lü zurückkehrten, fuhren die Anderen mit den Skiern über den Schlittelweg, den sie erst suchen mussten, nach Tschierv hinab.

Als Alternative zum „Türelen“ bietet das Münstertal sehr schöne Langlaufloipen an. Diese wurden während der ganzen Woche von 2 und teilweise 3 Teilnehmerinnen genutzt.

Für den Dienstag kündeten die Vorhersagen Schneefall an. 3 Teilnehmer entschieden sich darum für eine Schneeschuhtor durchs Val Vau zur Hütte Las Clastras.

Zum Verwundern war aber das Wetter dann den ganzen Tag recht gut und Schnee fiel keiner. Heutiges Tagesziel der Türeler war der Piz Chazfora. Da es auf dem Gipfel sehr windig und kalt war, wurde schnell die Abfahrtsbereitschaft erstellt und die Mittagspause etwas weiter unten in einer windgeschützten Mulde gemacht. Die Abfahrt nach Fuldera bot wiederum viel Genuss im offenen Gelände und zuunterst in offenem Lärchenwald.

Als Ziel für den Mittwoch wurde der Piz Minschuns oder zu Deutsch Schafberg (2934) auf der Grenze zu Italien ausgewählt. Die Busse brachten uns auf Punt Teal am Umbrailpass. Die ersten 300 Meter des Aufstiegs waren recht steil mit vielen engen Spitzkehren in lockerem Wald. Danach konnten wir auf einer stetig steigenden Spur ohne Schwierigkeiten den Gipfel erreichen. Die Aussicht auf dem Gipfel war wunderbar, aber gegen Mittag zog von Südosten her Dunst und Hochnebel auf und verdeckte den Blick zum Ortlermassiv. Eine herrliche Abfahrt führte uns zurück zum steilen Waldstück, das unsere Fahrkünste auch in der Abfahrt prüfte.

Die längste Tour machten wir am Donnerstag. Von Tschierv (1660) stiegen wir zum Piz Dora (2951), den wir nach zwei Trinkpausen kurz vor 14.00 Uhr erreichten. Das Wetter zeigte sich wie auch am Freitag von der besten Seite und so hatten wir eine prächtige Rundsicht auf das umliegende Bergmassiv inklusive Ortler. Die Abfahrt folgte mehr oder weniger der Aufstiegsspur. Zum Teil war der Schnee bereits von der Sonneneinstrahlung leicht gedeckelt und vom Wind gepresst, aber immer noch gut fahrbar.

Am Freitag boten uns unsere Leiter eine leichtere und eine etwas längere Tour zur Auswahl. Mit den Bussen fuhren wir über den Ofenpass zum Rest. Buffalora (1968) Walter stieg mit seiner Gruppe zum Munt Buffalora (2627). Nach einer Abfahrt zur Alp hinunter stiegen sie nochmals auf den Gipfel, um weiter rechts die Abfahrt ins Tal zu geniessen. Hansueli brachte die andere Gruppe vom selben Ausgangspunkt sicher auf den Piz Daint. Dank der Nordwestausrichtung des Hanges genossen wir praktisch von oben bis unten herrlichen Pulverschnee.

Die Heimreise am Samstag verlief reibungslos. Mitte Nachmittag konnte Hansruedi auf der Ribimatte 22 zufriedene und glückliche Teilnehmer verabschieden.

Diese Tourenwoche war wiederum ein voller Erfolg. Dazu beigetragen haben viele Faktoren. Angefangen bei der vorbildlichen Planung und Vorbereitung durch Hansruedi, den kompetenten Führungen von Walter und Hansueli, sowie den Chauffeuren Willi und Walter. Das gute Wetter und der herrliche Schnee in einer wunderbaren Landschaft, sowie das gute Essen und das freundliche Team im Hotel Central haben das ihre dazu beigetragen. Am meisten aber hat mich der gute Zusammenhalt, der Teamgeist und die positive Stimmung der ganzen Gruppe beeindruckt. So macht Urlaub Spass.

Paul Schenk