Sonntag den 4.3.2018

Pünktlich um 6.45 Uhr treffen wir uns wie immer in Huttwil zum Beladen der Fahrzeuge und gemeinsamer Abfahrt mit 2 Kleinbussen Richtung nach Passeiertal. Unterwegs gibt es einen kurzen Boxenstopp, um ein Kaffee einzuwerfen. Am Mittag werden wir in Valchava bei Claudia im Hotel Central erwartet. Nach einem feinen Mittagessen geht es weiter bis nach Stuls. Jürgen und Petra Widmann von der gleichnamigen Pension empfangen uns herzlich und nach dem Bezug der Zimmer, findet die erste Instruktion zu Hotel und der Tourenwoche statt. Nicht zu viel versprochen wurde uns was den kulinarischen Teil betrifft, und so durften wir schon am ersten Abend das erste 5 Gang Menü geniessen. Wohl genährt zogen wir uns alsbald in unsere Zimmer zurück in der freudigen Erwartung auf eine tolle Tourenwoche.

Montag den 5.3.2018, Zermaidjoch 2619müM

Entgegen der Besprechung vom Vorabend wurde aufgrund des Wetters (besser als erwartet ????) beim Frühstück das definitive Tourenziel bekannt gegeben. Wir wollten das Zermaidjoch erklimmen. Mit dem Auto fuhren wir bis zur Schneebergbrücke (1590müM) und schnallten dort unsere Skier an. Gemütlich ging es zuerst durch den Wald Richtung erste Alp. Es war zwar nicht gerade sonnig, aber die Sicht war ganz passabel. Nun galt es die erste Steilstufe zu erklimmen. Da der Untergrund schon recht hart und gut gefestigt war, galt es die Spur sorgfältig zu begehen, da es sonst schnell etwas rutschig war. Das Gelände wurde steiler und steiler und auch mit Spitzkehren war es nicht zu erklimmen, so dass wir alle ein paar wenige Meter ohne Skier hochstiegen duften. Gut gesichert von Joni und Armin, war das für alle ein Kinderspiel. Zügig ging es weiter bis zum Znünihalt. Gestärkt nach Tee und anderem, durften wir anschliessend etwas über den Schneedeckenaufbau lernen. Joni hat zu diesem Zweck geschaufelt, bis er den Grund erreicht hat; das Loch war 2 Meter tief. Der Aufbau der Schneedecke war optimal, und wir um einiges Wissen reicher. Nun ging es in stetigem Gehen hoch bis aufs Joch. Da es in der Nacht und am Morgen leicht geschneit hatte, wedelten wir sogar durch ein paar Zentimeter Neuschnee und erreichten nach einer sehr passablen Abfahrt schon bald wieder unseren Ausgangspunkt. Zufrieden mit unserer Tour wurde der späte Nachmittag mit Sauna oder Jassen beendet.

Dienstag den 6.3.2018, Timmelsjoch 2494müM

Die Wetterprognosen waren nicht unbedingt besser, aber beim Start der Tour drückt sogar die Sonne durch die Wolken. Entlang und über dem Bach stiegen wir im Passeirer Timmelstal hoch. Der Bach ist einem unserer Tourenleiter in (nasser) Erinnerung und er hofft an diesem Tag, dass wir doch noch seinen Skistock finden würden! Da besteht aber wenig Hoffnung, viel zu hoch liegt der Schnee. Auf einer kleinen Anhöhe links im Tal steht ein am Zerfall leidendes Haus. Hier machen wir den Teehalt, bevor wir die letzten 200 Höhenmeter in Angriff nehmen. Da unsere Tourenleiter beide gesundheitlich (grippig) leicht angeschlagen sind, übernimmt Joni kurzfristig die Führung und zieht eine perfekte Spur in den steilen Hang. So erreichen wir alle nach kurzer Zeit das Joch. Die Abfahrt ist trotz geringer Sicht, zumindest in den hinteren Reihen ein grosser Genuss. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an unsere Tourenleiter Hansueli und Robert, die bereits im Jahr zuvor Erkundungstouren gemacht haben, und uns trotz der eingeschränkten Sicht, immer in die perfekte Richtung und sicher ans Ziel und wieder den Berg hinunterführten. Im Hotel angekommen dachten wir, der Jürgen mache einen Witz, als er uns erklärte, dass das Heizöl ausgegangen sei. Trotzdem rannten einige sofort unter die Dusche und ergatterten das letzte heisse Wasser, während die anderen gar nicht oder aber eher kalt Duschen mussten. Einzig die Sauna war dann noch warm. Tatsächlich rumpelte schon bald der Tanklastwagen vor das Hotel und es wurde fleissig Heizöl eingefüllt. Doch damit war das Malheur noch nicht behoben, denn mittlerweile hatte die Pumpe die ganze Schlacke vom Grund angesogen und die Düse verstopft. So musste spätnachmittags in der hintersten Ecke des Tales auch noch ein Heizungsmonteur gesucht werden. Um 21.00Uhr abends dann endlich die erlösenden Worte für alle Warmduscher, die Heizung funktioniert wieder. Als Gutmachung haben wir alle einen feinen Schnaps spendiert bekommen und so sanken wir dann bald ins warme Bett.

Mittwoch den 7.3.2018, Hahnl 1999müM

Am Morgen scheint die Sonne und rasch ist das Auto bepackt. Da der Wetterbericht heute auch noch Niederschlänge vorhersagte, hat sich eine 4er Gruppe entschieden, Meran zu erkunden. Die Fahrt mit dem ÖV ist anspruchsvoll, die Fahrpläne nicht ganz simpel zu interpretieren. Schlussendlich haben sie aber Meran gefunden, erkundet und sind sogar wieder bis nach Stuls hochgekommen. Wir fuhren derweil auf engsten Strassen auf die gegenüber liegende Talseite in einen kleinen Weiler namens Grasl auf ca. 1050müM. Die Tour führte durch den Wald und über einige Lichtungen bis hoch Richtung den Rücken des Hahnl, wo wir aber schon im Nebel wanderten. Auf dem Gipfel begann es so richtig zu schneien, so dass wir froh waren, dass wir schon etwas gegessen hatten und wir uns auf die Abfahrt konzentrieren konnten. Mit ein paar kleinen Purzelbäumen, aber ohne Verletzung erreichten wir wieder den Ausganspunkt und fuhren in dichtem Schneegestöber zurück nach Stuls. Mit grosser Freude betrachteten wir den Schneezuwachs und freuten uns auf den nächsten Tag, an dem nun die Sonne scheinen sollte.

Donnerstag 8.3.2018, Wannser Joch 2247müM, Alpenspitze 2477müM

Endlich, der blick aus dem Fenster zeigt einen blauen Himmel und eine frisch verschneite Landschaft. Da die Fahrt nach Wanns via St. Leonhard etwas länger dauert, war die Abfahrt um 8.00 Uhr vorgesehen. Mit einem grossen Lächeln im Gesicht, fahren wir bis zuhinterst ins Wannsertal. Beim Restaurant Wannser Hof (1439müM) dürfen wir unsere Fahrzeuge parkieren, nachdem Walter im grossen Bus noch die Ketten montieren musste, da er auf der steilen eisigen und verschneiten Parkplatzeinfahrt stecken blieb. Hansruedi holte derweil tüchtig Anlauf und schaffte so den Sprung auf den Parkplatz ohne Ketten!! Nun freuten wir uns auf eine tolle Tour mit Umrundung via Alpenspitze. Gemütlich ging es durch das Tal dem Bach entlang bis zur Alp, dort folgte eine erste kleine Stufe. Auf der nächsten Ebene konnten wir in der Sonne den Znünihalt machen, den Aufstieg zum Joch vor den Augen. Diese 300 Höhenmeter konnten dank einer bereits vorhandenen Spur problemlos bewältigt werden. Weiter ging es über zwei Häng hoch zum Gipfel, der bei schönstem Wetter ausgiebig genossen werden konnte. Eine kleine Gruppe machte auf dem Joch kehrt und durfte die unberührten Hänge des Aufstiegstales alleine für sich geniessen. Im Tal trafen sich alle wieder und freuten sich auf das urchige Restaurant mit der jungen hübschen Wirtin. Es galt auch noch einen neuen Erdenbürger zu feiern und so wurden Fleischplättli und feine warme Würste aufgetragen und etwas Weisswein dazu getrunken. Irgendwann musste dann aber doch aufgebrochen werden. Doch wie alle schon im Auto sassen fehlten noch 2 Mitglieder. Diese beglichen noch die Rechnung und flirteten mit der Wirtin, so dass sie beinahe die Abfahrt verpasst hätten. Ende gut alles gut. Ein fantastischer Tag fand sein tolles Ende an einem speziellen Buffet mit Roastbeef, Wurstsalat, Pizza, Meeresfrüchtesalat, Tomaten Mozzarella, Gazpacho, Vitello Donato und so weiter. Es durfte so richtig geschlemmt werden und zum Abschluss wurde noch ein warmes Schoggiküchlein mit flüssiger Schoggi in der Mitte serviert.

Freitag den 9.3.2018, Schieferspitze 2815müM

Auch an diesem Tag erwartet uns ein stahlblauer Himmel. Wieder ist der Start etwas früher angesetzt, steht uns doch eine lange Tour bevor. Mit dem Auto fahren wir nach Pfelders. Wie üblich dürfen wir auf der Baustelle zwischen Stuls und Moos das Rotlicht bewundern und den Baggerabreiten zuschauen. Trotzdem können wir um 9.00 Uhr losmarschieren. Kurz geht es durch das Dorf und schon können wir unsere Skier anschnallen. Sogleich geht es steil den Wald hinauf, aber auf guten Spuren steigen wir rasch bergan. Oben auf der Stufe angekommen, öffnet sich ein wunderschönes Tal. Die Hänge sind alle tief verschneit und die Sonne scheint zwischen den Lärchen hindurch. Auf dem Talboden folgen wir dem Bächlein. Nach dem Teehalt geht es über kleine Stufen weiter nach hinten ins Tal. Den aufmerksamen Tourengeher entgeht nicht, dass das Tourenziel schon längere Zeit am Horizont sichtbar ist; eine aparte Spitze mit einer steilen nach Osten ausgerichteten Schneeflanke. Der steile Zielhang kommt näher und näher und bald einmal wird uns klar, dass wir den heutigen Berg ganz alleine für uns haben. Was aber auch heisst, dass gespurt werden muss. Joni hat wieder einmal den Jocker gezogen und darf die Spur in die Hänge ziehen. Armin hilft ihm dabei. Die Arbeit ist anstrengend, die Spur fast einen halben Meter tief. Nach gut 1.5 Stunden ist aber der Gipfelhang in Sicht und es gilt noch die letzten paar Meter zu überwinden. Wie üblich hat es einige Felsen, die aus dem Schnee gucken, ist doch der Gipfelhang recht stark dem Wind ausgesetzt. Glücklich erreicht ein grosser Teil der Gruppe den Gipfel, der so steil ist, dass nicht einmal Platz für einen Freudentanz bleibt. Es sind lauter strahlende Gesichter zu sehen. Nach einer Stärkung wird die Abfahrt unter die Skier genommen. Zuerst geht es vorsichtig über die Steile Flanke in die schneereicheren Hänge hinunter. Dort bekommen wir endlich mal den perfekten Sturz zu Gesicht; einen Salto mortale mit angeschnallten Skiern in Zeitlupentempo. Einfach fantastisch. Weiter geht es dann über die steilen Pulverschneehänge bis zum Rest der Gruppe, von da an zusammen bis fast auf den Talboden. Die Spuren werden hoffentlich noch einige Zeit zu sehen sein.

Im Talboden gleiten wir in der Aufstiegsspur bis zur Waldabfahrt. Die Bäume werden elegant umrundet und kurz vor Pfelders der Wanderweg erreicht. Das Apero Bier wird im Hotel genossen. Am Abend werden alle finanziellen Formalitäten erledigt und die Tourenleiter ausgiebig verdankt. Aber auch die Hotelcrew, die uns nochmals ein fantastisches Abendessen kredenzt, wird mit grossem Applaus verabschiedet. Rasch sind die Koffer gepackt, so dass am Samstag in der Früh bei Tauwetter, Nebel und Wolken die Heimreise angetreten werden kann. Sicher und wohlbehalten erreichen wir am späten Nachmittag dank unseren Chauffeuren Huttwil.

Damit ging wieder eine fantastische Skitourenwoche der Senioren des SAC Huttwil zu Ende und es gilt grosser Dank an die beiden Organisatoren Ueli und Robert, sowie den Fahrern Hansruedi und Walter, sowie an Joni, der viel Führung übernommen hat.

Sibylle Fässler Waber