Am Dienstag wegen schlechten Wetters abgesagt (im Internet auf den Mittwoch verschoben), hatte die Minitruppe dann beachtliches Wetterglück. Bei zwar trüben Verhältnissen, doch ohne Regen, starten wir auf Schneeberg zur Runde auf den Schibegütsch mit neuer Aufstiegsvariante - und neuem Abstieg vom Böli.

Von der Alp Oberwisstanne wandern wir auf dem Strässchen gemächlich und sanft hoch, durch lichte Waldpassagen bis zu P. 1602. Bei nach wie vor eher grauen Verhältnissen legen wir den Anstieg zum Sattel auf P. 1762 zurück; hier zweigt die (früher markierte) wenig deutliche Wegspur ab, welche in direkter Linie zu einem ersten Zwischenziel hochführt.

Wie wir uns aufmachen aufs teilweise sehr steile und ruppige, wenig ausgeprägte Weglein, reisst die Wolkendecke auf und lässt uns zunehmend schöneres Wetter erleben; zu diesem Glück gesellt sich im Verlauf des Aufstieges auch eine wahre Pracht blühender Aurikel. So erreichen wir frohgemut den „Schützengraben“ vor dem Infanteriewerk Schibegütsch sowie den Eingang zum Stollenloch. Nach „Inspektion“ des ehemaligen Schlafraumes wie auch des Untergeschosses steigen wir auf den steilen Leitern durch den, im zweiten Abschnitt, sehr dunklen Schacht (mit hier sehr hochtrittiger Steighilfe) wieder ans Licht, zum oberen Ausgang.

Auch hier, bereits beim Stollenende, wie auf dem nachfolgenden Abschnitt - insbesondere in der Mulde vor der eigenwilligen Felsformation - erfreuen uns wieder Dutzende schönster Flueblüemlis. Sie sind unsere Begleiter auch auf dem direkten Weg hoch zum Schibegütsch; länger können wir hier beim Gipfelkreuz die Sonne sowie die Wolkendynamik während unserer Rast geniessen - bevor die von NW heranziehenden Wolken uns einhüllen.

Für den Abstieg folgen wir dem wrw markierten Weg Richtung Erhebung (P. 1991), davor dem Abzweig hinunter in den Talkessel oberhalb von P. 1762 - dabei gilt es einige kleinere (bei Wunsch auch grössere) Schneefelder abwärts schreitend (oder „fahrend“) zu begehen. Mehrheitlich umgehen wir diese auf weglosem Gelände, bis wir im flacheren Terrain wieder den Bergwanderweg gewinnen, diesen jedoch bald verlassen zu Gunsten des nicht markierten Wegleins, welches oberhalb von Chlus hinüberquert bis zur Gedenkstätte SAC Entlebuch - die letzten ungefähr 200 m weglos.

Weglos steigen wir nach der Querung des BWW (zur Alp Schlund) am nur sanft geneigten Grasrücken empor - eine noch nie gesehene Aurikelwiese begleitet uns lange, einem gelben Teppich ungeahnten Ausmasses gleichend! Dieser zieht sich beinahe bis zur kleinen Senke unterhalb des (kotierten) Gipfels des Böli hinauf; hier besticht nun der kurz schmale Übergang zum höchsten Punkt mit doch atemberaubenden Tiefblicken zur W- und S-Seite hin.

Nach einer sonnigen Rast am Rand besagter (Gipfel)-Senke suchen wir einen gangbaren Abstieg zwischen den beiden NE-Graten; mehrheitlich folgen wir dabei dem nördlicher ausgerichteten: hier ist der Abstieg durch Karstflächen und „holprige“ Grasabschnitte etwas weniger steil, das Gelände überschaubarer. Um den „Durchschlupf“ zu finden, ist doch Orientierungsvermögen und Trittsicherheit, gelegentlich sogar „Handanlegen“ gefragt. Nach einer letzten Stufe hinunter zum grossen Geröllfeld (welches wir während des Aufstieges von Oberwisstanne aus haben einsehen können), fällt uns am eindrücklichen Felshalbrund unterhalb des Gipfels eine grosse weisse Markierung auf - ich beschliesse, auf einer deutlichen Spur, hinauf zu steigen, und entdecke dort den Eingang zur Neuenburgerhöhle.

Auf später nur noch schwacher Spur steigen wir alle im erwähnten Geröllfeld ab zum Rand beim flacheren Wäldchen, durch welches eine Schneise hinunterleitet zum steilen Weidehang der Alp Oberwisstanne und zum BWW. Auf dem morgendlichen Anstiegsweg kehren wir zurück zum Hof Schneeberg.