Bei leicht bewölktem Himmel starten wir in der Dunkelheit in Luthern Bad zu unserer Schneeschuh-Nachtwanderung; gleich zu Beginn ist nach dem Hof etwas unterhalb, bereits ennet der Luthern, im Tiefschnee das kleine Brückchen über das Niespelbächli anzupeilen, nach welchem die Spur relativ steil zu den Häusern auf Längmatt gelegt werden darf. Auf der hier beginnenden Kuppe schreiten wir nun länger ohne grosse Steigung weiter, machen am Höchänziblick einen kurzen Halt, und folgen der gepflügten Strasse bis zur Änzegg.

Kurz danach beginnt der waldige Aufstieg über P. 1097 auf dem überraschenderweise ebenfalls gepfadeten Fahrweg zum Änzisattel; ein heute unerwartet einfaches und stimmungsvolles Schneeschuhwandern bis zum Passübergang ist uns nun beschieden - die Winternacht zeigt sich von einer schönen Seite.

Allerdings frischt der Wind auf dem offenen Gelände bis zum Nideränzi doch erheblich auf; schöne Schneeverfrachtungen zeigen uns, dass hier wohl öfters stärkere Winde herrschen. Die vertraute Gegend in der Dunkelheit, mit dem Licht der Stirnlampen wahrzunehmen, gefällt uns ausserordentlich; im Windschatten des Ökonomiegebäudes der ganzjährig bewohnten Alp gibt’s einen kleinen, kurzen „Stehlunch".

War doch bis hierhin der Grossteil unseres Weges bestens gespurt, so steht mir nun ein Abschnitt bevor, auf welchem ich selbst durch teils tiefen Schnee den Weg „präparieren" darf - immerhin sind abschnittweise die Abdrücke eines wohl am Tage auf oder abgestiegenen Schneeschuhgängers auszumachen. Diese dienen auch zur Orientierung, um den Eintritt in den Wald vor der Badegg besser zu finden. Auf deren Gratrücken sind die Spuren im Wald nun deutlich zu erkennen, und erleichtern die Wegfindung zusätzlich.

Wie wir dann bei P. 1083 zum Wald hinaus und auf den üppig verschneiten Wiesen wieder ans „Nachtlicht" gelangen, ergibt sich ein erfreulicher Blick talauswärts, erkennen wir doch bereits die Lichter unseres für den nächtlichen Imbiss auserkorenen Gasthofes. Und wie wir dann im pulvrigen Tiefschnee nach Gutdünken und angenehmem Gefälle unsere Linien hinab zum Alp-Restaurant Badegg ziehen können, ist der Teilnehmer Freude eine grosse, sogar Juchzer ertönen …

Gastfreundlich und sympathisch werden wir empfangen und bedient; wir, wie zwei weitere Gruppen von Schneeschuhtourengängern, verköstigen uns mit feinen Älplermagronen und Spatz.

Für den nur noch kurzen Schlussabstieg verzichten wir auf die Schneeschuhe; erst mal sind wir auf der geräumten Strasse bis Unterbadegg unterwegs, danach folgt eine etwas anspruchsvollere, weil von einigen Spuren im Tiefschnee ruppig gewordenere, Passage. Rasch gelangen wir jedoch zurück nach Luthern Bad, wo die die gefreute Nachtwanderung ihr Ende findet.

unterwegs mit Guido, Peter, Therese, Therese und Ursula