Waren die Wettervorhersagen nicht berauschend, so zeigen sich bereits nach dem Start in Niederrickenbach, Bergstation LSB Dorf, überm Stanserhorn zaghafte blaue Streifen. Und wie wir beim Benediktinerinnenkloster Maria Rickenbach einer Spur dem Sommerweg entlang mit dem Aufstieg über noch gut eingeschneite Wiesen beginnen, befinden wir uns sofort im gefälligen Schneeschuhgelände.

Beim Hof auf Steinrüti wird kurz das Strässchen tangiert, danach folgt der kurze Gang bis zu P. 1229 nahe der Feuerstelle Wasserreservoir. Während wir hier noch beobachten können, wie die doch zahlreichen Skitourengeher in Richtung Brisenhaus entschwinden, begeben wir uns auf die erst noch flachere Etappe Richtung Bleikigraben - lange ohne andere Tourengänger zu Gesicht zu bekommen, und in angenehmer Stille.

Auch bei den majestätischen Bäumen vor dem Eintritt in den Wald ergibt sich wieder ein von zarten Blaustreifen geprägter Blick zur anderen Engelbergertalseite hinüber.

Nur moderat ansteigend verläuft der Weg bis zum teils beidseitig steilen Graben (mit Abrutschzonen), die Sommer- und Winterroute quert ihn an einer gutmütigen Stelle. Danach jedoch beginnt der - bis auf zwei kurze Flachpassagen - doch beträchtlich steile Gipfelanstieg (oft bei einer Hangneigung von gegen 30°). So kommen wir während des Ansteigens über Bleiki doch leicht ins Schwitzen - ist es hier doch noch windstill, und zeigt sich das Ziel unseres kurzen Zwischenhalts, das von weitem sichtbare einfache Kreuz ob der Alp Bleiki unterhalb von Bleikigrat sogar mit blauem Hintergrund.

Dies ändert sich mit Erreichen der einfachen Bänklis rapide: rasch werden hier zusätzliche Kleiderschichten angezogen, einige nehmen heissen Tee zu sich, während andere auf ein unverzügliches Weiterschreiten drängen. So nehmen wir die erste kurze flache Strecke an Bleikigrat, 1575 m, vorbei unter die Schneeschuhe und streben der nächsten Steilstufe zu.

Bereits aus grösserer Distanz müssen wir feststellen, dass jene doch zahlreiche vom Wind freigelegte Grasbüschel aufweist; so sind die Schneeverhältnisse an diesem (wie auch am nachfolgenden) steilen Hang von doch eher schlechterer Qualität - von uns Schneeschuhgängern jedoch gut zu begehen. So kann vielfach - gerade auch wegen der oft hart(gefroren)en Unterlage eine direkte Linie hoch gewählt werden. (Für Skifahrer stellt zum jetzigen Zeitpunkt das Horn kein lohnenswertes Ziel mehr dar, „bereichern“ nebst Gras auch Steine, liegende Schwieren und sogar ein Eisenteil die Route.)

Nach einer kurzen, eher windstillen Passage kämpfen wir wieder gegen den frostigen Wind an; auch auf der nach dem zweiten Steilhang gewonnenen flachen Kuppe hält er an - unvermindert weht er auch auf dem Buochserhorn selbst.

Immerhin sind uns hier doch etwelche sonnige Abschnitte - und erfreulicherweise schöne Tiefblicke auf verschiedene „Äste“ des Vierwaldstättersees gegönnt: Alpnachersee, Horwer Seebecken, Luzerner- wie auch Küsnachtersee zeigen sich prächtig, ebenso wie die Ebene ums Flugfeld der Pilatus Werke sowie Buochs und Ennetbürgen.

Die immer wieder vorbeiziehenden Wolkenfetzen wie auch der permanente, leicht widrige, Wind erlauben keine allzu lange Rast; immerhin stärken wir uns auf allerlei Weise (Grappa Amarone Barrique und Cassisbeeren-Wodkalikör runden bei den herrschenden tiefen Temperaturen den Aufenthalt passend - für einige das erste Mal [mindestens winters] - ab).

Auf derselben Route kehren wir, erst warm eingepackt, zurück über die beiden ersten Abhänge zum Bleikigrat, 1575 m, und am Kreuz Bleikigrat vorbei zum steilen Hang oberhalb der Alp Bleiki (von welcher einer der m. E. besten Alpkäse stammt). Hier, wo der Wind nun an Stärke verloren hat, können wir uns wieder Textilschichten entledigen.

Letzte stärker abfallende Abschnitte legen wir zurück zum Bleikigraben; geruhsam verbleiben die Passagen bis Steinrüti, Feuerstelle Wasserreservoir. Dieser bestens eingerichtete Picknickplatz ist vom Benediktinerinnenkloster Maria Rickenbach gesponsert - und enthält auch einen gedeckten Unterstand (mit Telefon und Notfallset).

Hier holen wir - bei angenehmen Witterungsbedingungen - denjenigen Teil der Imbissrast, welcher der Kälte auf dem Gipfel zum Opfer gefallen ist, nach, bevor wir, nun ohne Schneeschuhe angetan, auf dem Strässchen nach Niederrickenbach hinunter marschieren. Hier ist selbstverständlich ein Einkehrschwung im sehr geschätzten und stilvollen Pilgerhaus angesagt.

Perfekt zur insgesamt gelungenen Club-Schneeschuhtour passt, dass wir nach dem Gang am Benediktinerinnenkloster Maria Rickenbach vorbei zur Bergstation LSB Niederrickenbach Dorf gerade die ausserfahrplanmässige LSB-Fahrt erreichen - so dass Maya bestens ihren anvisierten Zugsanschluss erreicht …

▲ 1 h 5 min bis Kreuz Bleikigrat

▲ 35 min bis Gipfel

▼ 50 min bis Steinrüti, Feuerstelle Wasserreservoir

▼ ¼ h bis LSB

unterwegs mit Maya, Rebecca, Susanne und Ursula