Bei intensiv blauem Himmel - bereits jedoch mit Wolkenbildung über den höheren Bergen - starten wir bei der heute geschlossen Bergwirtschaft Gribsch zur Orchideentour; sie führt uns erst einige Meter hinunter zum neuen, vergleichsweise harmlosen, Bergsturz des Jahres 2005.

Und dennoch: hier, wo ein neu angelegter Weg durch das Gelände führt, beeindrucken die doch teilweise EFH-grossen Felsbrocken - wie auch der Gesamtblick zum Goldauer Bergsturz im oberen Bereich Richtung Gnipen.

Durch einen waldigen Abschnitt hindurch erreichen wir die gut signalisierte Abzweigung zum Orchideenrundgang im Brechenwald. Gleich nach wenigen Metern sichten wir bereits die ersten der Frauenschuhe, bald danach die etwas weniger auffälligen, doch sehr attraktiven, Waldvögeleins.

Nur noch vereinzelte Bäume verwehren hier der Sonne den „Zutritt“ - so finden im relativen Feuchtgebiet auch viele andere Orchideenarten hier beste Verhältnisse vor. Wir treffen ein ausserordentliches Schutzgebiet zur besten Blütezeit an - so bereitet es uns allen viel Spass und Freude, auf dem bestens markierten Rundweg im unteren Teil des kaum bewaldeten Bergsturzgebietes anzusteigen.

Am oberen Wendepunkt des Lehrpfades halten wir uns, weiterhin gut geleitet, westwärts; derart erreichen wir den wrw markierten Bergwanderweg, welcher nun an der Westkante des Goldauer Bergsturzes länger, teilweise steil, gelegentlich etwas ruppig, und mit wenigen, einfachsten Kraxelstellen, aufwärts führt.

Auf inoffiziellem Pfädlein abkürzend, erfreut mich eine „Wiese“ mit den kleinen, doch ausserordentlich attraktiven Fettblättern; danach können wir uns alle wiederum an einer unzählbaren Anzahl vor allem der Frauenschuhe und Waldvögeleins ergötzen.

Vor der sehr speziellen Geländeformation und den lauschigen Kraxelstellen (mit vor wenigen Jahren abgebrochener grossen Nagelfluhplatte) beglücken uns ein weiteres Mal die hier dominierenden Frauenschuhe. Abschnittweise an der Gratkante aufwärts steigend, zuletzt im waldbesetzten Abschnitt, erreichen wir auf P. 1532 wieder sanftes Wiesland - mit einer nun ganz anderen Blumenpracht: hier bestimmen die Ankebällis die Szene, und bilden einen malerischen Vordergrund zum Tief- und Überblick zum Zugersee.

Durch die üppige Blumenwiese und sattes Gras legen wir die wenigen Meter bis zum Gipfelkreuz Gnipen zurück; hier sind wir fasziniert vom Einblick in die Abrisszone und die „Rutschbahn“ des Goldauer Bergsturzes - und lassen uns nieder zur leicht verfrühten Mittagsrast. Bei einer Zwischenbeurteilung der Wetterlage - Gewitter sind angekündigt, die Wolken türmen sich stets bedrohlicher und grauer auf - erachten wir jedoch die Situation als noch kaum gefahrvoll, so dass wir unsere Tour fortsetzen.

Entlang der Ehrfurcht einflössenden Abbruchkante des Bergsturzes gelangen wir zum nur wenige Meter höheren Gnipen; hier folgt ein leichter Abstieg - der etwas kühle Wind bleibt uns hier erspart.

Nach dem Wiederanstieg zu P. 1538 schreiten wir im lauschigen, von vielen noch kleinwüchsigen Heidelbeerstauden durchsetzten, Wald bis zu dessen Ende; hier zeigt sich über der von Guschtis bevölkerten Weiden bereits das moderne Berghotel Wildspitz. Doch erst steigen wir an zum höchsten Zuger, dem Wildspitz, nun zeitweise von den sich über uns auftürmenden Wolken in Schatten getaucht, bevor wir zum geschlossenen - doch von einigen, die Terrasse benutzenden, Wanderern, frequentierten - Berggasthaus Wildspitz zurücksteigen. Im stets geöffneten „Winterraum“ „Rossbergschlitz“ können wir uns mit wenig Tranksame eindecken, bevor wir auf dem BWW unseren Rückweg antreten.

Auf bekanntem, gut ausgeschilderten und markierten, stellenweise etwas rutschigen und ruppigem, BWW finden wir hinab zur Alpwirtschaft Geren, wo wir uns gemütlich niederlassen zum eigentlichen Abschlusstrunk - noch können wir hier meist an der Sonne verweilen; wenige Abschnitte mit den aufkommenden, stets dunkler werdenden Wolken, welche über den Mythen heranziehen, sind nun sogar von Donnergrollen begleitet. Der Strasse entlang setzen wir unseren Abstieg fort bis zu P. 1234; wenige Meter nach diesem folgen wir erst durch den Wald einem unmarkierten Pfad, welcher anschliessend meist weglos nach Rubenen hinunterleitet. Hier schreiten wir weiter über die gemähten Wiesen direkt in südlicher Richtung entlang des Waldes ab, queren - wo das Gras heureif hoch steht - hinüber zum Strässchen, welches wir anschliessend begehen bis zur Kurve auf ca. 1010 m.

Einem Fahrweg folgen wir hier in wsw Richtung bis zu einem Stall, von welchem aus wir wiederum weglos zur Verbindungsstrasse bei Schwändiberg absteigen und via Gribsch zurück zum Startpunkt, Bergwirtschaft Gribsch, marschieren.

Wir hatten Glück mit Blumenpracht und Wetter; dessen regnerische Seite kommt erst - und nur kurz - auf der Rückfahrt zum Ausdruck …

unterwegs mit Anni, Aschi, Fred, Jumbo, Salome, Urs, Ursula und Turi