Es weht ein kühler Wind durch den Letziport, wie wir uns bei sonnigem Wetter beim Parkplatz Brodhüsi aufmachen - die ersten Höhenmeter im steilen Waldhang; auf einigen Abschnitten bereits hier mit Fixseilen gesichert - zum Einstieg in die jedes Mal wieder Erstaunen auslösende Wand des Simmeflue-Steiges.

Während zwei der Gruppe ab dem Startpunkt einen etwas weniger „anregenden“ Aufstieg zum Hore wählen, richten wir uns nun definitiv für den attraktiven Auf- und Durchstieg durch die ehemals waldbestandene Fluh aus; dazu gehört für einige auch ein Helm (!) - ist doch die ungefähr 600 m hohe Felswand doch meist sehr steinschlaggefährdet.

Sonniger, gut gestufter Fels, Seilsicherungen wo nötig, eine abwechslungsreiche Weganlage, einige wenige abschüssig-exponierte Stellen - all dies zeichnet den überaus beliebten Steig aus; zwischendurch lassen „gemütlichere“ Waldpassagen wieder „Erholung“ von den doch konzentriert zu begehenden, teils sehr steilen, Abschnitten zu. Eine Pause legen wir im Adlerhorst ein; eine kleine Stärkung gönnen wir uns, bevor wir die anspruchsvollste, d.h. exponierte und steile, Etappe in Angriff nehmen.

Gegen den Grippelisattel zu führt der nach wie vor steile Anstieg mehrheitlich im Wald hoch; ab jenem traversieren wir in der schattigen NW-Flanke zum Felscouloir, welches uns auf den zu erkraxelnden Schlussgrat zum Sunnighorn leitet. Hier bewundern wir einmal mehr - Therese zum ersten Mal - die feine Aussicht Richtung Thun; zum BO hin ist die Sicht etwas diesiger.

Nach einer weiteren kleinen Pause und Imbiss steigen wir ab, hinüber zum Grippelisattel, wiederum dem Aufstiegsweg folgend, hinunter zum Abzweig, welcher unter der Mittagflue hindurch zuerst auf einem schmalen Band, dann auf dem wrw BWW weiterleitet im meist sonnendurchfluteten Wald zur wenig deutlichen Spur, welche uns zum nächsten Gipfel führt.

Durch eine (neu seilgesicherte) etwas mutzgriffige Felspassage hindurch gewinnen wir bald das hübsche Gipfelplateau des Fliederhorns; zur Nordwestseite hin ist jedoch Vorsicht geboten: senkrecht - und tief - fallen die Felswände ab … (Hier, wie im Adlerhorst, wird in den leeren Buchbehältern ein neues Gipfel- oder Höhlen- resp. Wandbuch deponiert.)

Wieder unten, führt der Weg im Auf und Ab im meist lichten Wald weiter - oft werden wir der weiter unten dräuenden Felsabstürze gewahr.

Nach einer etwas anspruchsvolleren Abstiegstelle sind die Schwierigkeiten definitiv vorbei, das Weiterwanderwandern bis zur gemütlichen Mittagsrast auf der sanft geneigten Wiese unterhalb des Hirleni, Westgipfels, ein einfacher.

Noch vor dem Aufbruch erkraxeln sowohl der TL als auch Felix diese höchste Erhebung von Simmeflue und Hirleni, und lassen dem „Gipfelerfolg“ auch einen Besuch des Grathüttlis Hirleni folgen.

Via Chrindi steigen wir anschliessend weglos über Alpweiden ab zum Waldrand, wo sicher der Durchgang zum ausgeholzten Weg durch den Lüpersbergwald nach P. 1266 gefunden wird. Steil führt jener nun durch den Wald weiter hinunter auf die offenen, nun verlassenen, Weideflächen auf Teller; an der Hütte Teller vorbei setzt sich der Abstieg fort über steiles Grasgelände zu P. 722.

Während wir noch vor diesem eine grosse „Kolonie“ von Goldröhrlingen „abgeweidet“ haben, können nach der Passage durch den Buchwald beim Endpunkt, P. 639, Brünnlisau, während des Wartens auf die PWs unzählige Haselnüsse eingesammelt werden …

Nach der Fahrt zurück zum Parkplatz Brodhüsi, stossen wir im dortigen Restaurant auf die gefreute Seniorentour an - schön war’s, wieder mal aufs Sunnighorn zu steigen J

unterwegs: Berti, Felix, Käthi, Margrit, Paul, Robi, Therese, Ueli, Walter (Tourenleiter) und Werner