Klettern im Wiwanni – Gebiet

Bis zu 60 cm Neuschnee haben uns einen tiefen weissen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Touren auf und hinter das Walliser Breithorn fallen ihm zum Opfer.

Doch Reto hat ein Schön-Wetterfenster ausfindig gemacht für das Wochenende im Gebiet rund um die Wiwanni-Hütte. Diese liegt nördlich von Ausserberg an der Südrampe des Lötschbergtrassees und wird nördlich begrenz durch das dominante Bietschhorn. Alle Teilnehmer betreten dort Neuland und sind gespannt, ob die Lage der Wiwanni-Hütte wirklich so reizvoll ist, wie sie auf der Homepage dargestellt wird.

Der Weg ins Wallis ist kurz geworden mit dem Basistunnel. Ab Visp werden wir mit dem Alpentaxi hoch über Ausserberg bis zum Telwald geführt. Hier beginnt der abwechslungsreiche Bergweg zur Hütte, zuerst noch im lichten Wald, dann über ein baumloses Plateau. 3 Steingeissen begrüssen uns kurz vor der Bergunterkunft, wo wir von 3 (ungehörnten) jungen Ge…... eh Damen empfangen werden: Ein kurzes Leuchten in den Augen der jüngeren Berggänger lässt sich nicht verleugnen.

Die Hüttencrew versteht sich zudem auch noch aufs Kochen. Wir werden mit Suppen und einer vorzüglichen Mittagsröschti verwöhnt. Nichts da von Mittags-Schlöfli, deswegen sind wir nicht hier. Kurz hecken die Jungs etwas aus und verraten, dass es am Öugschtchummuhorn (2880 m) zu kraxeln gibt. Es handelt sich um Gratkletterei im x-ten Spass-Grad. Gesagt, getan. Aber zeitraubendes Übersteigen von etlichen Türmli (…und noch eins …) lässt uns die Zeit vergessen. Wir geniessen die schöne Plaisir-Kletterei. Erst vor dem Abseilen im tiefsten Punkt im Grat zum Wiwannihorn wird uns bewusst, dass wir wohl die vereinbarte Zeit zum Abendessen verpassen werden. Schon kündet sich eine herrliche Abendstimmung über der Mischabelgruppe und den hohen Bergen gegenüber an. Dank verschobenem Termin aus der Küche kommen wir noch rechtzeitig zum Znacht, ja, es reicht sogar noch für einen Apero. Ojeh, das arme Büsi musste sein Leben lassen für das Abendessen, oder doch nicht ?!? Nun, das Fleisch war schon nicht ganz definierbar, aber erleichtert stellen wir fest, dass alle Hauskatzen noch herumstreifen. Zum Glück! Die charmante Bedienung vermag nicht ganz alles wettzumachen.

Draussen wird es jetzt kitschig mit einem rosaroten Hauch. Zufrieden mit dem Erlebten am ersten Tag verziehen wir uns in die Heja.

Ein Morgen, wie ihn nur die Berge schenken können, erwacht über den Walliser Riesen. Das Morgenessen lässt keine Wünsche offen und das Fleisch vom Vorabend gerät in Vergessenheit. Frisch gestärkt versammeln wir uns vor der Hütte. Es soll heute auf den Namensgeber der Region, das Wiwannihorn (3001 m) gehen. Den Südostgrat betrachten wir für unsere Fähigkeiten zu schwierig, sind doch einige Partien im 5. Grad. Der genussvolle Einstieg von Westen her in den Grat wird schon bald von den ersten Sonnenstrahlen erleuchtet und erwärmt. Unterhaltsam durch mal plattiges, mal gratiges Terrain geht es zum Gipfel, wo doch noch schuhtiefe Zeugen vom starken Schneefall in den letzten Tagen liegen.

Nach dem Pic-Nic geht es nur noch gratig zur Abseilstelle. Nicht alle lieben dieses Manöver, aber es geht ja gut. Nun, was tun wir jetzt noch mit diesem angefangenen Tag? Wir versuchen uns an einer schwierigeren Platte im 4. Grat und siehe da, es geht ja auch ganz ordentlich mit den schweren Schuhen. Das macht doch Freude !

Wieder haben wir ab all der Beschäftigung die Zeit vergessen. Bei der Hütte reicht es noch für einen <Stärkungstrunk> in der Sonne. Wohlgelaunt steigen wir den schönen Hüttenweg ab mit einem eindrucksvollen Blick ins Wallis.

Das Wiwannigebiet hat viel versprochen und alles gehalten. Wir können es weiterempfehlen. Danke, Reto, für diese gelungene Alternative.

12. /13. August 2017 / Röbu