Vier-Quellen-Weg im Gotthardmassiv vom 14.-18. August 2016

Mit den Wanderungen zu den Quellen des Rhein, der Reuss, des Ticino und der Rhone haben die Seniorinnen und Senioren des SAC Huttwil einen Sechser mit Zusatzzahl gezogen. Paul Schenk als Chef und Gattin Therese als Souschefin führten die SACler während fünf Tagen über plätschernde und murmelnde Bergbäche, blumenreiche Bergwiesen, ausgedehnte Feuchtgebiete, Tümpel, kleinere Seen und Moore, alles stets in Tuchfühlung mit geschichtsträchtigen Alpenpässen: kurzum ein grosses Kino zum Nulltarif!

Bereits der erste Tag vom Oberalppass (2044 m) zum Tomasee (2345 m) als Quelle des Rhein über den Maighelspass (2421 m) zur Vermigelhütte (2042 m) bei hochsommerlichen Temperaturen und grenzenlosem Sonnenschein brachte einen furiosen Mix für Körper und Geist. Mit dem zweiten Tag über den Sellapass (2701 m) zum Gotthard Hospiz (2091 m) entdeckten die Huttwiler viele Besonderheiten, die man sonst nur auf einer langen Weltreise findet. So auf dem Piz Guibin (2776 m), wo alle ihre Augen von Nah- auf Fernsicht umstellten und der Sellasee mal Türkis, mal Tiefblau leuchtete. Die Reussquelle verlangte am dritten Tag einen Aufstieg und Abstieg von über 2200 Höhenmetern und bedeutete ein weiteres Plus. Die Route über den Lucendropass (2522 m), Passo di fiori (2126 m) zur Piansecco-Hütte (1982 m) als zauberhaftes Refugium tauchte alle Teilnehmer in eine Sinfonie von Farben und Momente absoluter Ruhe ein.

Die vierte Etappe führte zur Quelle des Ticino unterhalb des Nufenenpasses (2446 m), danach über Ladstasfel (1925 m) nach Ulrichen (1350 m) und mit der Bahn nach Oberwald (1355 m). Das prognostizierte Kurzgewitter meldete sich prompt und erwischte die Gruppe unterhalb des Nufenenpasses. Alle Teilnehmer aber bestätigten: es gibt kein schlechtes Wetter, bloss die falsche Einstellung. Kampferprobte Eringer und kuhphobine Huttwiler sorgten für Spektakel. Traufffer’s Song „Müeh mit de Chüeh“ kam in den Sinn. Auf dem Nufenenpass gab es wahre Glücksmomente soweit das Auge reichte. Der Abstieg nach Ulrichen war in der Tat auf aktive Senioren zugeschnitten, sowohl für Geniesser wie auch für Adrenalin-Junkies. Schöner die Flaschen nie klingen als zur Apérozeit, so tönte es vor dem Nachtessen aus dem Gartenzelt des Hotel Ahori….. Mit dem Spot an für das letzte Tagesziel von Ulrichen an die Rhonequelle haben die Wanderleiter erneut die richtige Tonart getroffen. Das Wetter gab sich mit dreimaligem, kurzem Nieselregen erneut gnädig bis wohlgesinnt. Der Aufstieg, teilweise durch idyllischen Lärchenwald, nach Gletsch (1757 m) wurde mit Ausnahme der Schafe, welche bockig den Herr-im-Hause-Standpunkt vertraten, als angenehm empfunden. Die Fortsetzung zum Muttbach (2110 m) erfolgte mehr oder weniger schräg zum Trassee der FO-Dampfbahn und der Zufall wollte es, dass beim Überqueren des Bahngeleises ein voller Zug rastlos vorbeischnaubte. Die vielen Kehren zum Furkapass (2429 m) waren steil, geil, aber alles ohne Seil! Der zehn Kilometer lange Rhonegletscher galt als abschliessender Höhepunkt und der steinige Gang hinunter zum historischen, aber geschlossenen Hotel Belvedère rundete den 85 Kilometer langen, einzigartigen Vier-Quellen-Weg ab.

So wie das Tourenprogramm organisiert und durchgeführt wurde, lässt sich nur eines sagen: So fischt man Komplimente! Hier wurde in Taten gefasst, wofür zuweilen die Worte fehlen. Alles preisverdächtig, es wurden keine Wünsche offen gelassen, selbst wenn es nur um anspruchslose Kleinigkeiten ging. Therese und Paul als umsichtiges Leiterduo gilt für das unvergessliche Erlebnis Dank und Anerkennung.